Die Hochzeit von Vici & Christoph: Es war Oktober…

Vici und Christoph haben sich am 04.10.2014 das Ja- Wort gegeben. Und weil die Braut die Geschichte selbst am Besten erzählen kann, hat sie das doch glatt für mich und vor allem für euch getan. Das Lesen ihrer Love Story lohnt sich und ihr Fotograf Sebastian Kanitz hat diese wundervollen Momente festgehalten.

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„Es war Oktober. Ein sonniger Donnerstagnachmittag, mein freier Tag, den ich prokrastinierend mit Jogginghose und Schokomaske in meiner kleinen Wohnung an meinem damaligen Arbeitsplatz in Unterfranken verbrachte, als es plötzlich an meiner Terrassentür klopfte und mich mein Schatz grinsend durch die Scheibe anblinzelte. Die plötzliche Anwesenheit meines sonst mitten in der Woche arbeitenden Freundes war nicht die letzte Überraschung an diesem Tag. Fakt ist, am Ende dieses Tages wusste ich – wir werden heiraten, am 4. Oktober 2014.

Über die Tatsache, dass wir heiraten wollten, waren wir uns schon seit längerem im Klaren. Nur das wann, wie und wo war bisher noch offen. Der Heiratsantrag kam überraschend für mich, da ich davon ausging, dass wir nach deutschem Standardprogramm vorgehen würden, nämlich erst zusammenziehen und dann heiraten. Aufgrund unserer ausbildungsbedingten Fernbeziehung sollte die gemeinsame Wohnung noch warten. Da ich schon lange vor dem Antrag wusste, dass Christoph der Richtige ist, gab es natürlich auch schon eine grobe Vorstellung von dem „perfekten“ Tag und der „perfekten“ Feier. Die Pinnwand auf pinterest wurde von „chick“ zu „chick-all about my dreamwedding“ umbenannt und mit so vielen Ideen vollgestopft, dass auch bald die mir folgenden Mitpinner und Freunde wussten, was sich da bei uns anbahnt.

Alles war schon fertig in meinem Kopf. Von der rustikal romantischen Industriehalle mit Backsteinfassade erleuchtet im Kerzenmeer und den Strohballen als gemütliche Lounge Sessel. Mein Kleid – ganz klar- Meerjungfrau mit Ärmeln. Das Essen – logisch- Menü für alle. (Kleiner Hinweis am Rande: Pinterest sollte nur in Maßen zur Ideenfindung beitragen, die gesunde Grenze ist, zumindest bei mir, schnell überschritten)

Die Realität holte uns und vor allem mich wieder auf den Boden des finanziell Möglichen und organisatorisch Machbaren ein, als es konkret ans Planen ging. Für 90 Gäste waren leider nur die wenigsten Lokalitäten ausgelegt und unseren Geschmack treffend. Um es kurz zu fassen entschieden wir uns für ein Hotel/Restaurant in Naumburg, da es einen wunderbaren Saal für Feierlichkeiten unserer Größe hat und die weiteren Kriterien erfüllen konnte, die wir an die Location stellten.

Nach Wochen und Monaten der Planung, Bastelarbeiten, Telefonate und Nervenzusammenbrüchen aufgrund kurzfristig absagenden Gästen kam der Tag auf den wir mit Familie und Freunden schon so lang hinarbeiteten. Die Nacht vor der Hochzeit verbrachte ich mit meiner Schwester im Schlosshotel „Himmelsscheibe“ in Nebra. Hier sollte am nächsten Morgen die standesamtliche Trauung vollzogen werden. Christoph verbrachte die Nacht im Haus seiner Eltern in der Nähe der Location.

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Unser Tag begann um 6 Uhr früh, ich schminkte mich selbst und meine Schwester zauberte meine wunderschöne Vintage- inspirierte Hochzeitsfrisur. Zum Frühstück kamen dann auch schon meine Trauzeugin mit den Blumen und unser Hochzeitsfotograf Sebastian Kanitz.

Einer der aufregendsten Momente war der, in dem ich fertig aufgehübscht in unserem Hotelzimmer stand und darauf wartete (ich fühlte mich wie Cinderella nach der Verwandlung durch die gute Fee), dass mich mein Vater abholt, um mich in das 1 Stockwerk tiefer gelegene Trauzimmer im Blauen Salon des Hotels zu führen. Die ganze Hektik und das Chaos des Morgens verschwanden und dann wurde alles ganz ruhig um mich herum. Die Musik des Pianos setzte zu „How long will I love you“ von Ellie Goulding ein und mein Vater führte mich zu meinem Bräutigam, der mich über das ganze Gesicht strahlend mit dem Brautstrauß in Empfang nahm. Wir waren beide den Tränen nahe, aber noch immer sehr angespannt, da der Tag gerade erst losging.

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Nach der sehr persönlich gestalteten Traurede der Standesbeamtin und zwei weiteren sehr emotionalen Titeln die Christophs Onkel auf seinem Piano spielte, stießen wir mit unseren Gästen des engsten Kreises (30 Personen) auf der Terrasse des Schlosshotels auf unsere Vermählung an, machten noch ein Paar Bilder vor der schönen Kulisse und aßen dann in Form eines Tischbüffets an einer langen festlich gedeckten Tafel zu Mittag. Wir verließen das Schlosshotel nach dem Mittagessen. Vor der Tür wartete, die Überraschung unseres Trauzeugen, ein roter Mercedes 50er Jahre Oldtimer, mit dem wir in Christophs Heimatdorf zur kirchlichen Trauung fuhren. Da war es wieder – das Prinzessinnengefühl.

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Vor Christophs Elternhaus, hatte sich der Brautzug mit allen Gästen positioniert um uns im Spalier zu empfangen und mit uns und unseren Blumenkindern zum Klang der Glocken in die Kirche in Wennungen einzuziehen. Die Kirche war am Tag zuvor von unserer Familie sehr liebevoll geschmückt worden. Als alle Gäste ihre Plätze eingenommen haben, setzte die Orgel ein – Christophs Onkel war nicht nur Pianist sondern auch Kantor, der die Trauung sehr professionell mit dem familieneigenen Bläserchor musikalisch gestaltete. Höhepunkt der kirchlichen Trauung war unser persönlich verfasstes und mit zittriger Stimme vorgetragenes Ehegelübde, mein vierjähriger Neffe der uns die Eheringe zum Altar brachte und die Fürbitte unserer Trauzeugin. Nachdem die Anspannungen bezüglich des Trauungsablaufes abgebaut waren, flossen auch bei mir die Tränen zu den Stücken die die Musiker spielten. Es war einfach schön.

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Nach Glückwünschen und dem obligatorischen Schritt durch das herzförmig ausgeschnittene Bettlaken fuhren wir im Autokorso (inklusive Bus für die Verwandtschaft die den gleichen Hin – und Rückweg hatten) zu unserer Feierlocation zum Halleschen Anger nach Naumburg(Saale). Nach der Begrüßung und dem Gruppenfoto wurden wir mit weißen Tauben überrascht, die unsere Wünsche in den Himmel trugen. Beim Holzbocksägen hatten wir unerwartet viel Spaß, da sich mein Opa als Experte in Sägeangelegenheiten erwies und von der Location wurden wir mit dem Brot und Salz Segen begrüßt. Im Saal der Location nahmen die Gäste ihre Plätze ein.

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Am Eingang des Saals stand ein alter Koffer (Symbol für unsere Fernbeziehung) mit verschiedenen Postkarten, von Städten in denen wir im Laufe unseres Lebens gewohnt haben, mit den Namen der Gäste die an den jeweiligen Tischen die nach den Städten benannt waren ihren Sitzplatz vorfinden würden. Die Platzkarten und gleichzeitig als Gastgeschenk gedachten Affenbrotbäume (auch Geldbäumchen) wurden von meiner Mutter einige Wochen zuvor gezogen und standen symbolisch für unsere frische Ehe die gehegt und gepflegt werden sollte. Auf der Rückseite der von mir handgemachten Namensschilder fanden die Gäste außerdem verschiedene Zitate zum Thema „wachsende Liebe“. Die Tischdeko wurde von unserer Dekorateurin im romantischen „shabby chick“ Stil gestaltet.

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Nach der offiziellen Begrüßungsrede, die wir beide hielten, wurde die Hochzeitstorte angeschnitten und das Büffet mit von Tanten und Omas selbstgemachten Kuchen eröffnet. Die Zeit bis zum Abendessen überbrückten wir mit Fotos in der untergehenden Sonne mit Freunden und Familie und meine alte Balletttanzgruppe überraschte mich mit verschiedenen Tänzen die wir früher zusammen aufgeführt haben, außerdem wurden Christoph und ich gebeten mit dem familieneigenen Bläserchor mit unserer Trompete und Posaune einige Stücke aufzuführen. Nach einem üppigen Abendbüffet eröffneten wir den Tanz mit dem Anastasia Walzer „once upon a december“.

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Nach einigen Tanzrunden, erholten sich die Gäste bei einem umwerfenden Feuerwerk am Ufer der Saale zu Händels Feuerwerkmusik und schlemmten anschließend mit Tischfeuerwerk an der Eisbombe. Hochzeitszeitungen wurden verlesen und ein extra für uns umgedichtetes Lied von der gesamten Gästeschar gesungen. Die Stimmung war ausgelassen und es war ein wunderschönes Fest voller Höhepunkte und herzlicher und gut durchdachter Überraschungen, so dass wir schließlich erschöpft und überglücklich in unser Bett fielen.“

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Tipps der Braut:

Gut sein lassen: Ab einem gewissen Punkt das Stöbern bei pinterest einstellen – man findet immer noch etwas Besseres, Ausgefalleneres oder nervenzermürbendereres Detail was man bei seiner eigenen Hochzeit noch nicht eingeplant hat.

Delegieren: Unbedingt ein bis drei Personen zur Organisation abkommandieren (Liste mit Programm – und wichtigen Organisationspunkten zusammenstellen) damit man als Braut an seinem großen Tag die Hände und Gedanken frei hat.

Tricksen: Bei Kleidern mit Knöpfen am Verschluss unbedingt eine Häkelnadel dabeihaben (vor allem beim Ausziehen des Kleides) um die Knopflaschen schneller und vorsichtiger auf-oder abheben zu können.

Verzichten: Wenn man noch nie in seinem Leben Pistazieneis gegessen hat, sollte man an seinem Hochzeitstag nicht damit anfangen, das gilt auch für alle anderen allergenen Lebensmittel, es sei denn ihr habt Ärzte mit Cortisonspritzen dabei und Toleranz für geschwollene Augen.

Gelassenheit: Man kann nicht alles perfekt machen und das erwartet und will keiner von dir. Also auch wenn die Tischkarten fertig sind aber die Gäste kurzfristig nicht kommen können – es stört niemanden hinterher.

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Dienstleister:

Brautkleid: Sincerity Bridal Modell 3671 + Cover Up: Pronovias

Schuhe Braut: Rainbow Club Modell Abbie (alles gekauft bei „Brautmoden für Männer und Frauen die sich trauen“ in Leipzig)

Haare: Schwester der Braut, Haarschmuck: Bijou Brigitte

Make-up: Braut

Anzug: Wilvorst

Schuhe Bräutigam: Lars (beides gekauft bei „Brautmoden für Männer und Frauen die sich trauen“ in Leipzig)

Eheringe: 123 Gold in Leipzig (Firma Marrying)

Standesamt: Blauer Salon im Schlosshotel „Himmelsscheibe“ in Nebra

Kirche: Evangelische Kirche St. Georg Wennungen mit Pfarrer Röpke

Kirchengestecke, Girlanden: Blumen Katja (Laucha OT Burgscheidungen)

Feierlocation: Hotel und Restaurant Hallescher Anger in Naumburg

Brautstrauß, Anstecknadeln, Handcorsagen, Autoschmuck: Astrid Siering von Blumen Wicht aus 06556 Ichstedt

Fotos: Sebastian Kanitz (https://www.flickr.com/photos/86721351@N08/)

Torte: Patisserie Maître (Leipzig)

Blumenschmuck und Dekoration des Festsaals: Priceless Moments (Weißenfels)

Band: Kühn und Band

Tauben: Hochzeitstauben-Röhl, 06249 Mücheln (Geiseltal)

Feuerwerk: Pyro-Klaus; 06618 Mertendorf

 

Danke Vici, dass du uns diesen Einblick in euren Hochzeitstag gewährst. Du spiegelst alle Emotionen und traumhaften Momente durch deine Erzählung wieder. Danke auch für dein Vertrauen und die Mühen. Ich wünsche euch, Christoph und dir, alles Gute für eure gemeinsame Zukunft voller Liebe und Zweisamkeit.

Detailverliebte Grüße

Eure Anika

 

 

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3 Antworten auf Die Hochzeit von Vici & Christoph: Es war Oktober…

  • Hey Vici, sehr schön geschrieben! Jetzt habe ich auch den Rest des Tages vor Augen 🙂
    War eine wunderschöne Feier! Und auch super, mal Euch alle wieder gesehen zu haben! Knutsch & Danke!!! 😀

  • Tolle gelungene Reportage über eine Traumhochzeit! Danke, dass wir Ihre Wunschdekoration umsetzen durften! Alles Liebe und Gute! Jana Loth und die Hochzeitsengel von Burgenland-Hochzeit.de by Priceless Moments

    • Super schön gemacht! Vielen Dank, dass wir einen kleinen Beitrag an diesem besonderen Tag leisten durften. Alles Gute und weiterhin viel Glück für das junge Ehepaar!
      Kathrin Röhl
      Hochzeitstauben – Röhl

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